Verzehrende Hoffnung

Ich wand´re durch den Nebelwald In immerschwarzem Lichterschein. Verschlungen, könnt` nicht dichter sein Die Nebelschwaden schwebend kalt.

Der Boden feucht, ein schlickend Moor, Er hält mich fest und lässt nicht ab, Und ich entkomm nur letztlich knapp Des Todes kaum erquickend Tor.

Wohin mein schwacher Fuß mich trug Auch während meiner blinden Fahrt Durch Dornen grauer Rinden hart, Mich´s nicht in den Verdruss verschlug.

Denn hatt` ich einen Hoffnungsglanz, Den trug ich stets in meinem Herz`, Bewahrt vor nimmerheilem Schmerz Mein Leib und Leben oftmals ganz.

Und jenes Hoffnungsfeuer kam Zu neuem Schein in größter Not, Als ich ein Licht, ganz warm und rot Im feuchten, kalten Wald vernahm.

Mit neu entfachter Lebenswut Lief ich auf jenen Lichtschein zu Und kam ihm wahrlich nah im Nu, Denn stetig wuchs mein Übermut.

Nur hatte ich im Blick sogleich Dies warm erstrahlte Hoffnungslicht Drum sah ich auch die Tiere nicht, Die rannten vor Entsetzen bleich,

Voll Furcht im Blicke auf mich zu, Entgegen eilt` ich ihnen schnell Zu jenem Lichte, rot und hell, Ganz ohne Rast und ohne Ruh.

Und ehe ich es dann erkannt`, Mein Leib erfasst von Flammen war, Und ich, ich Narr, war ganz und gar In Hoffnungs Feuer bald verbrannt.

#Lyrik

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